Vogelzählung: Stunde der Gartenvögel 2017

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Sie haben auch das Gefühl, dass in diesem Jahr weniger Vögel in Ihrem Garten sitzen, singen oder gar brüten? Wenn das so ist, dann haben Sie leider Recht. Denn der Nabu hat bei der bundesweiten Vogelzählaktion am Wochenende (12.-14.05.2017) festgestellt, dass die Anzahl der Vögel gegenüber dem Vorjahr zurückgegangen ist.

Kalter Frühling sorgte für einige Todesfälle

Der Frühlingsanfang begann mit warmen Temperaturen, worüber sich nicht nur die Menschen, sondern auch die Vögel freuten. Dann aber kam jäh ein Kälteeinbruch, der nicht nur Obstbauern Sorgen bereitete, sondern vielen Vögeln den Tod brachte. Leider konnten bei diesen Temperaturen viele Vogeleltern ihre Brut nicht mehr ausreichend versorgen, weshalb diese dann in den Nestern schlichtweg verhungerten.

Des weiteren nimmt die industrielle Landwirtschaft einen großen Teil ein, denn der Einsatz von Pestiziden führt natürlich dazu, dass viele Vögel zugrunde gehen. Alles in allem geht die Zahl der Vögel stetig zurück, insbesondere in landwirtschaftlichen Gebieten. Hier konnte zwischen den Jahren 1980 und 2010 ein Rückgang von 57 Prozent verzeichnet werden. Welche Vogelart es in wie weit traf, verraten wir, wenn Sie weiterlesen.

Die Verlierer der Vogelzählung

Die Kohlmeise zählt zu den Verlierern

Die Kohlmeise hat mit 11 Prozent sehr viele Einzeltiere verloren und zählt so eindeutig zu den Verlierern unter allen Vogelarten. Bisher zählte diese Vogelart zu der größten und verbreitesten Art in Europa – hoffentlich ändert sich das nicht.

Blaumeisen auch im Sinkflug

Ähnlich verhält es sich bei den Blaumeisen . Hier konnte der Nabu einen deutlichen Rückgang von – 10% zählen. Dies liegt vorrangig am schlechten Bruterfolg vieler einzelner Vögel. Für diese Vogelart war der Frühling und der Frühsommer eindeutig zu nass und zu kalt. Dies führte leider zu vielen Erfrierungen unter den Jungvögeln.

Stare gehen leicht zurück

Obwohl der Star (- 6% ) in der Regel am häufigsten beobachtet werden kann, wurde dieser in diesem Jahr sehr vermisst. Im Vergleich zu 2016 gab es in diesem Jahr circa zehn Prozent weniger Stare.

Wie der Nabu weiterhin berichtete, verloren auch die Elstern (- 4% ) und das Rotkehlchen (- 9% ) und auch der Rückgang bei Amsel (- 5% ), Buchfink (- 14% ) und Hausrotschwanz (- 10% ) und auch der mehrjährige Abwärtstrend beim Grünfink (- 11% ) setzte sich fort.

Haussperling – Population wie immer

Jeder kennt den Haussperling unter dem Spitznamen Spatz. Aufgrund der Tatsache, dass dieser Vogel der am häufigsten gesehene Singvogel ist, gibt es immer sehr viele Einzeltiere von dieser Vogelart. Daran hat sich auch im Jahr 2017 nichts geändert. Bei dieser Vogelart gibt es keine Einbußen zu verzeichnen.

Mauersegler und Schwalben

Auch den Mauersegler konnte der Nabu bei der Zählung gehäuft antreffen: Diese Vogelart erhöhte sich sogar um 29 Prozent beziehungsweise 18 Prozent bei den Mehlschwalben und zählen daher zu den Gewinnern. Ein Hoffnungsschimmer, denn diese Werte erreichen nicht die Werte früherer Jahre.

Alles in allem macht die Vogelzählung im Jahr 2017 klar, dass die vom Winter geschwächten Vögel vermehrt Nistkästen und Vogelfutterhäuser benötigen, um sowohl den Winter als auch einen kalten Frühling, zu überstehen. Da ist eine unterstützende Fütterung sehr hilfreich, ja sogar von Nöten.

Darin wäre auch der Grund zu sehen, weshalb der Spatz so gut über die Runden gekommen ist und sich nichts an der Anzahl verändert hat: Diese Vogelart nutzt gerne die von Menschen aufgehängten Nistkästen.

Doch wie viele Vögel gibt es nun eigentlich? Insgesamt wurden Bundesweit in 40000 Gärten 1407925 Vögel gezählt.

Ergebnisse der Vogelzählung 2017 | Nabu

Aktuelle Vogelrangliste und Karte

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