Keine Vögel mehr im Garten: Wo sind die Vögel hin?

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Wachsamen Wacholderdrossel

Vogelliebhaber sind äußerst besorgt, da sie das Gefühl haben, dass die Anzahl der Gartenvögel immer weiter zurück geht.

Auszählungen von staatlichen Instituten bestätigen dies teilweise, denn tatsächlich nimmt die Zahl der Vögel im Vergleich zu den Vorjahren weiter ab.

Woran das liegt? Hierfür kann es mehrere Gründe geben, die entweder im eigenen Garten oder an allgemeinen Situationen liegen.

Schlechter Bruterfolg

Experten vermuten, dass der Bruterfolg in den Heimgebieten der Singvögel zurück gegangen ist. Wenn aus solch einem Grund die Anzahl der Vögel insgesamt weniger wird, so sinkt die Anzahl natürlich auch im eigenen Garten. Ferner verlassen die Zugvögel wie z.B.Nachtigall, Rauchschwalbe, Mehlschwalbe, Singdrossel, Rotkehlchen und der Hausrotschwanz, nur um die bekanntesten zu nennen, ein Gebiet von heute auf morgen. Dies fällt natürlich sofort auf, da auf Anhieb eine hohe Zahl von Vögeln nicht mehr da ist. Bis der nächste Schwarm ankommt, können immer ein paar Tage vergehen. Ferner konkurrieren die Vögel auch untereinander, weshalb sie sich gegenseitig vom Vogelfutterhaus vertreiben. Das Resultat daraus könnte lauten, dass sich plötzlich weniger Vögel am Futterplatz blicken lassen.

Amsel mit Wurm im Schnabel.

Natürliches Futter Angebot

Gartenvögel nutzen in erster Linie ihr natürliches Futterangebot. Das sind im Sommer Insekten und deren Raupen, im Spätsommer Beeren und Früchte, im Herbst und Winter Sämereien. Im Frühjahr und Sommer locken bunte Sträucher und Stauden Insekten und Raupen an, die ihnen als Nahrung dienen.

Stauden sollte man übrigens erst nach dem Winter zurückschneiden, denn gerade in den Wintermonaten nutzen Vögel die Samenstände als Nahrungsquelle. In den Stängel der Stauden überwintern gerne Insekten und Vögel suchen die Staudenreste nach Insekten ab.

Ornithologen schlagen Alarm: Die Vogelbestände gehen weiter zurück

Der Bestand an vogelwichtigen Futterpflanzen ist drastisch zurückgegangen, infolge dessen auch der Anteil an Futterinsekten (ca. minus 30 Prozent). Der emeritierte Professor Dr. Peter Berthold vom Max-Planck-Institut für Ornithologie in Radolfzell, rät zu einer vogelfreundlichen Gartengestaltung und zu einer ganzjährigen Vogelfütterung.

Ruhemonate

In der Vogelwelt ist die Paarungszeit sowie das Brüten und die Aufzucht von Jungvögel im Spätsommer beendet. Ab diesem Zeitpunkt singen die Vögel nicht mehr wenn Rivalen in ihrem Gebiet auftauchen um sie zu vertreiben und ihr eigenes Revier zu verteidigen. Das Revierverhalten der Vögel nimmt ab.

Die Sommerhitze kann eine weitere Ursache für dieses Verhalten sein, denn die natürlichen Nahrungsquellen werden allmählich weniger. Vögel ernähren sich oft und gerne von Regenwürmern. Da diese bei trockenem Boden immer weiter in die Tiefe wandern, können sie von keinem Vogel mehr mit dem Schnabel erreicht werden. Gerne ernährt sich die Vogelwelt auch durch Beeren. Wenn die Sträucher allerdings abgeerntet sind, ist auch das Nahrungsangebot erneut geschrumpft. Um ihr Leben zu schützen brechen Vögel, wie z.B. Amseln, auf um ihren Lebensraum in dieser Zeit an Bäche oder Waldränder zu verlegen, denn hier finden sie in dieser kargen Zeit noch ausreichend Nahrung.

Mauser

Alle Vögel durchlaufen die Mauser, bei der das gesamte Federkleid gegen ein neues ausgetauscht wird. Diese Aktivität ist für die Vögel sehr anstrengend, weshalb sie sich in dieser Zeit gerne zurückziehen. Sie benötigen dann ihre gesamte Energie für den Wechsel der Federn und werden in dieser Zeit seltener gesehen. Meist mausern die Vögel dann, wenn die Jungvögel erwachsen sind. Das erkennt man daran, wenn die Nistkästen nicht mehr belegt sind.

Futterplätze

In der Regel suchen sich die Vögel nach wie vor auf natürliche Weise ihr Futter, selbst wenn sie Futterstellen vorfinden. Daher könnte die Anzahl der Vögel an Futterstellen zurückgehen, wenn die Natur selbst ausreichend Nahrung bietet. Aber auch das erhöhte Angebot an künstlichen Futterstellen kann dazu führen, dass die Vögel plötzlich nicht mehr im eigenen Garten auftauchen, sondern beim Nachbarn sitzen. Die Verteilung der Vögel auf alle Vogelfutterhäuser kann so weitflächig geschehen, dass man hier durch den Eindruck hat, es wären keine Vögel mehr da. Gleiches gilt für das Wasserangebot: Die Vögel halten sich dort auf, wo sie Wasser finden. Aus diesem Grund sollte man immer zusätzlich zu den Nistkästen und zum Futterhaus auch Wasser anbieten.

Krankheiten, Tod und co

Natürlich sterben Vögel auch und in jedem Jahr verändert sich der Bestand aller Vogelarten. Als Todesursache kommt nicht nur der natürliche Tod in Frage, sondern auch Unfälle mit Autos oder das Fliegen gegen Fensterscheiben. Ferner können sich unter den Vögeln Krankheiten ausbreiten. Um dies weitgehend zu verhindern, sollten alle Vogelfutterhäuser täglich gereinigt werden. Ähnliches gilt für Wassertränken, diese sollten mindestens einmal in der Woche gesäubert werden. Nistkästen hingegen reinigt man im Herbst nach der Brut und im Frühjahr vor der Brut. Schließlich werden die Nistkästen auch im Winter gerne von anderen Tieren benutzt. In solch einem Fall sollte man die Hygiene höher ansetzen, damit keine Krankheiten entstehen. Leider wurden in den letzten Jahren auch Vogelarten durch einen Virus in Mitleidenschaft gezogen. So erkrankten im Jahr 2011 viele Amseln an einem afrikanischen Virus, der durch Stechmücken übertragen wurde.

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