Welche Einfluglochgröße bei Nistkästen

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Sie möchten Vögel eine Nisthilfe bieten? Dann sollten Sie sich vorher informieren, welcher Vogel welche Einfluglochgröße bei Nistkästen bevorzugt. Denn je nach Größe und Art des Vogels benötigen Sie dann einen Nistkasten mit einem anderen Einflugloch. Hierbei kommt es nicht nur auf die Größe, sondern auch auf die Form des Loches an. Ferner gibt es Vögel, die gar kein Schlupfloch benötigen, sondern eine halboffene Front haben möchten.

Das Einflugloch bestimmt, wer in den Nistkasten einzieht

Welche Einfluglochgröße bei Nistkästen

VogelartHöhe / mEinflugloch
Ø mm
FlächeNistbeginn
Trauerschnäpper1,5-3,532-34140x140x250Mai
Bachstelze1,5-3,550 durchgeh.
Schlitz
(Halbhöhle)
140x140x160April
Kleiber1,5-3,532-47140x140x250April
Gartenrotschwanz2 - 3,547140x140x250Mai
Mehlschwalbe2 - 4120x120 StützbrettMai
Rauchschwalbe2 - 4120x120 StützbrettMai
Gänsesägerbis 4150300x300x77März bis Mai
Mauersegler10-2032x64 oval170x280x110Mai
Haussperling1,5-3,532-34140x140x250April
Feldsperling1,5-3,532-34 oder (oval
30x45)
140x140x250April
Hausrotschwanz1,5-3,550 durchgeh.
Schlitz
(Halbhöhle)
140x140x160April
Grauschnäpper1,5-3,550 durchgeh.
Schlitz
(Halbhöhle)
140x140x160Mai
Star3-1045-50160x160x320April
Wiedehopf3-10 m70220x250x3April
Wasseramsel1,5-5120 durchgeh.
Schlitz
(Halbhöhle)
210x180x140März

Einfluglochgröße für Meißen

VogelartHöhe / mEinflugloch
Ø mm
FlächeNistbeginn
Blaumeise2 - 3,526-28140x140x250 April
Kohlmeise2 - 3,532-34140x140x250Ende März / April
Haubenmeise2 - 3,526-28140x140x250 April
Sumpfmeise2 - 3,526-28140x140x250April bis Mai
Tannenmeise2 - 3,526-28140x140x250Ende März / April

Halbhöhlenbrüter oder Höhlenbrüter?

Die Vögel werden generell in Halbhöhlenbrüter und Höhlenbrüter unterteilt. Die Halbhöhlenbrüter ziehen die eigens hierfür produzierten Nistkästen vor: Diese haben keine geschlossene Front, sondern nur eine halbgeschlossene Front. Dieses Modell kommt ihrem natürlichen Verhalten in der Natur nahe. Denn Halbhöhlenbrüter haben gerne ihre Umgebung im Blick, damit sie rechtzeitig vor Feinden fliehen können. Diese Art der Vögel nutzen ungern geschlossene Nistkästen, die nur ein Schlupfloch haben. Allerdings gibt es hier auch Unterschiede: Das Rotkehlchen zum Beispiel nimmt auch Nistkästen mit einem Schlupfloch an.

Wer zählt nun zu den Halbhöhlenbrütern und wer zu den Höhlenbrütern?

Zu den Höhlenbrütern zählen zum Beispiel mehrere Unterarten der Meisen wie Kohlmeise und Blaumeise. Aber auch Kleiber, Stare, Sperlinge und der Gartenrotschwanz zählen zu den Höhlenbrütern. Bei den größeren Vögeln zählen der Mauersegler und viele Kauzarten zu den Höhlenbrütern.

Rotkehlchen und Zaunkönig zählen eindeutig zu den Halbhöhlenbrütern. Allerdings stellen in dieser Gruppe die Rotkehlchen eine kleine Besonderheit dar: Diese Vogelart nimmt auch Nistkästen für Höhlenbrüter an – sie sind nicht so wählerisch wie andere Vogelarten.

Nachdem bei den Nistkästen für Höhlenbrütern jede Seite komplett geschlossen ist, muss hier ein Schlupfloch angebracht werden. Dieses Schlupfloch wird nicht immer in der gleichen Form produziert. Einige Vögel mögen ein ovales Schlupfloch, während andere das klassische, runde Schlupfloch bevorzugen.

Nachfolgende Vogelarten bevorzugen das ovale Schlupfloch: Der Feldsperling und der Mauersegler. Sicherlich gibt es noch andere Vogelarten, aber diese beiden sind die bekanntesten.

Der Großteil der Höhlenbrüter bevorzugen ein rundes Loch, sofern die Größe passt. Logischerweise gilt in diesem Zusammenhang: Das Loch sollte der Größe des Vogels angepasst sein. Wenn der Vogel klein ist, benötigt er ein kleines Loch. Wenn der Vogel größer ist, dann sollte auch das Loch größer ausfallen. Die meisten Meisenarten zum Beispiel lieben ein Loch von 26 bis 28 Millimeter, wohingegen Kohlmeisen ein Loch der Größe 32 bis 34 bevorzugen. Anders verhält es sich mit dem Kleiber und dem Gartenrotschwanz: Diese Vogelarten brauchen ein Loch mit einem Durchmesser von mindestens 47 Millimeter. Noch größere Vogelarten wie Kauze, Tauben und Dohlen sollte man ein Schlupfloch mit dem Durchmesser ab 85 Millimeter zur Verfügung stellen. Allerdings sind Löcher mit einem Durchmesser von 120 Zentimeter die größtmögliche Lösung.

Der perfekte Standort

Obwohl unterschiedliche Vogelarten eine andere Öffnung bevorzugen, kann eine Regel aufgestellt werden: Jede Öffnung sollte nicht zur Wetterseite hin aufgehängt werden. Es sollte kein Wasser in die Nisthöhle gelangen können. Ebenfalls sehr wichtig ist es, dass kein Durchzug im Nistkasten ist. Was die meisten Vogelarten jedoch auch nicht mögen, ist eine direkte Sonneneinstrahlung am Tag. Denn die Wärme könnte dem Nachwuchs schaden. Aus diesem Grund raten Experten dazu, jeden Nistkasten mit der Öffnung nach Süd-Osten oder nach Osten auszurichten. Dann scheint einerseits die Morgensonne auf den Nistkasten, der für eine behagliche Wärme sorgt und andererseits wird die starke Sonneneinstrahlung mitten am Tag verhindert. Daher eignen sich insbesondere Standorte im Schatten oder Halbschatten.

Logisch ist, dass keine Öffnung zur Wand eines Hauses zeigen sollte. In diesem Fall trauen sich die Vögel gar nicht den Nistkasten als Brutstätte anzunehmen. Des Weiteren sollten in der Einflugschneise keine Hindernisse vorhanden sein – egal um welche Öffnung es sich handelt.

Nachteile der Nisthilfen für Halbhöhlenbrüter

Bei den Nistkästen für Halbhöhlenbrüter ist eine Seite nur zur Hälfte geschlossen. Diese Variante führt dazu, dass sich Katzen, Raubvögel oder Marder nähern und im schlimmsten Fall die Brut stehlen können. Um das zu verhindern sollten die Nistkästen immer so aufgehängt werden, dass die Vögel vor dieser Situation geschützt sind. Es gibt die Möglichkeit, eine Seite mit Metall zu verkleiden: So können Marder nicht daran hochklettern.
Alternativ könnte man durchaus einen Nistkasten mit Schlupfloch aufhängen. Dies garantiert aber nicht, dass genau die Vogelart den Nistkasten annimmt, die man haben möchte. Aber einen Versuch ist es immer wert, denn Rotkehlchen nehmen auch diesen Kasten an, obwohl sie Halbhöhlenbrüter sind.

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