Gartenvögel bei der Brutpflege: Vom Nisten, Brüten bis zum Füttern

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Bald ist es wieder soweit: Mit dem Frühling beginnt auch die Brut- und Aufzuchtzeit der Vögel. Dann freuen Sie sich garantiert über ein zahlreiches Erscheinen diverser Vogelarten, die zudem in Ihren Gärten brüten. Wenn Sie viel Glück haben, dann können Sie sogar beim Nestbau und beim Brüten zusehen. Interessanterweise lassen sich hier viele Parallelen zum Menschen finden: Es gibt auch bei den Vögeln Arten, die sehr ordentlich sind und solche, die extrem unordentlich sind.

Vom Nisten, Brüten bis zum Füttern

Nest mit Rotkehlchen (Halbhöhlenbrüter)

Zaunkönige gehören zu den kleinsten Vögeln Europas und sie sind das beste Beispiel dafür, dass ein Vogelnest auch ordentlich gebaut werden kann.

Das Zaunkönigmännchen baut gleich mehrere Nestkugeln, die knapp über dem Boden angelegt werden, natürlich versteckt innerhalb von Sträuchern, von denen sich das Weibchen eins aussuchen darf.

 

Das Zaunkönigweibchen richtet die zukünftige Kinderstube dann mit trockenen Blättern, Moos, Federn, Grashalmen oder Haaren ein. Sie legt 5-7 weiße Eier, die Brutzeit dauert zwischen 14 und 18 Tagen. Die Jungen werden ca. 10 bis 12 Tage lang im Nest gefüttert. Nach verlassen des Nestes bleiben sie noch einige Zeit zusammen und werden von den Eltern mit Futter versorgt.

Der Haussperling ist das genaue Gegenteil, denn dieser nimmt wahllos alle Materialien, die ihm über den Weg laufen und baut seine Nester gerne unter einen Dachvorsprung. Das Gelege besteht aus vier bis sechs Eiern. Die Brutzeit dauert zwischen 10 und 15 Tagen. Nach 11-19 Tagen verlassen die Jungen das Nest, spätestens nach 14 Tagen sind sie selbstständig.
Abgesehen von der Ordentlichkeit, mit der ein Nest gebaut oder eben nicht gebaut wird, entscheiden sich die unterschiedlichen Vogelarten auch für unterschiedliche Orte. Einige Vogelarten wie die Feldsperlinge und die Meisen benötigen eine Höhle, in der sie ihr Nest bauen.

Nistkasten mit Hausrotschwänzchen (Halbhöhlenbrüter)

Das Amseln Weibchen kleidet ihr Nest bevorzugt mit Heu und zarten Pflanzenwurzeln und im Inneren mit Lehm aus. Der Nestbau dauert 1 bis 2 Tage. Anschließend beginnt Sie mit der Eiablage, die sich bei 3-5 Eiern über 7 Tage hinzieht. Die Brutzeit dauert cirka 3 Wochen.

 

Andere wiederum bauen ihr Nest grundsätzlich weit oben in einem Baum oder gar im Dachgiebel – manchmal gilt der Grundsatz: Je höher, desto besser. Und dann gibt es noch die Vogelarten, die generell am Boden bleiben.
Vogelliebhabern ist es im Endeffekt egal, wo die Vögel nisten. Sie sehen immer gerne beim Brüten und bei den ersten Flugversuchen der Jungvögel zu. Um dies zu genießen, entscheiden sich viele dazu Nistkästen bereitzustellen.

Ein Nistkasten optimal aufhängen

Ein Nistkasten sollte jedoch bereits im späten Herbst aufgehängt werden, selbst wenn dann die Vögel noch nicht brüten. Der Grund liegt darin, dass sich die Vögel rechtzeitig nach Brutplätzen umsehen. Sollte dann die Nisthilfe bereits hängen, so stehen die Chancen sehr hoch, dass dieses als Brutplatz angenommen wird. Experten raten auch dazu, einen Nistkasten ausreichend lange auslüften zu lassen, falls dieser neu gekauft wurde.
Der Nistkasten sollte jedoch nicht direkt nach Süden ausgerichtet werden, vielmehr nach Süd-Ost. So kann die Morgensonne die frisch geschlüpften Vögel schützen, die Mittagssonne wird jedoch vermieden. Ebenso muss ein Nistkasten immer fest montiert werden – er darf nicht zu sehr schaukeln.

Vogelfutter anbieten

Nistkasten mit Stare (Höhlenbrüter)

Leider ist es nicht ausreichend, nur einen Nistkasten aufzuhängen, denn Vögel benötigen auch ausreichend Futter, insbesondere während der Brut- und Aufzuchtzeit.

Aus diesem Grund sollte jeder Vogelliebhaber im Frühjahr sowie im Sommer ausreichend Futter anbieten.

 

Vogel-Experten wie Prof. Dr. Peter Berthold und Prof. Dr. Martin Kraft rufen schon seit längerem dazu auf, eine angepasste Ganzjahresfütterung von Singvögeln ausführen um den Rückgang natürlicher Nahrungsquellen auszugleichen und diese lediglich zu ergänzen.

Fettfutter mit gemahlenen Insekten und schalenloses Ganzjahresvogelfutter sind proteinreich und in dieser Zeit besonders wichtig. Damit decken nicht nur die Eltern ihren erhöhten Energiebedarf, auch die kleinsten profitieren davon.

Nistkasten mit Blaumeisen (Höhlenbrüter)

Viele Vögel füttern ihre Kleinen bereits nach ein paar Tagen mit Insekten. Finden die Vögel diese nicht in ausreichender Anzahl, so kann ein Fettfutter mit getrockneten Insekten hilfreich sein.

Die Angst, dass die Vögel bei einer Fremdfütterung im Frühjahr oder Sommer ihren natürlichen Jagdinstinkt, beziehungsweise die Nahrungssuche verlieren, kann von Experten nicht bestätigt werden.

 

Die Suche der Vögel nach Insekten ist ein reines Instinktprogramm, unabhängig von Meisenknödel und Vogelhaus.

Mit einem passenden Vogelfutter im Vogelfutterhaus unterstützt man die Vögel: Je mehr Bruten ein Vogelpaar im Jahr durchbringt umso mehr Vögel sind im eigenen Garten, die dafür sorgen, dass schädliche Insekten vernichtet werden.

 

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